ESF-Projekt: WEL.CoM security
Personalentwicklung in der Sicherheitswirtschaft

Wert- und sprachorientierte Entwicklung von fachspezifischen und individuellen Lernformen im innovativen Circle-Training zur organisationsweiten Potenzialsteigerung von benachteiligten Beschäftigungsgruppen, speziell Mitarbeitern mit Migrationshintergrund in der Security-Branche

Das ESF-Projekt WEL.CoM security richtet sich an Unternehmen der Sicherheitsbranche. Im Rahmen des Projektes soll den Herausforderungen des Fachkräftemangels und der Digitalisierung durch ein bedarfsgerechtes und umfangreiches Personalentwicklungskonzept Rechnung getragen werden.

Die Sicherheitsbranche konnte in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen, sieht sich allerdings wie andere Branchen auch, mit einem starken Arbeits- und Fachkräftemangel konfrontiert. Dies hat zur Folge, dass die Dynamik der Branche ausgebremst wird und das hier liegende Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft werden kann. Allgemein ist die Einstiegsschwelle in diesem Bereich eher niedrig und es ist ein hoher Zustrom an Quereinsteigern zu beobachten. Dies führt dazu, dass allgemein ein niedriges Qualifikationsniveau herrscht. Durch die Veränderungen im Rahmen der Digitalisierung von Arbeitsabläufen und der Zunahme an interkulturellen Konflikten wird die Ausübung der Tätigkeit allerdings immer anspruchsvoller. In Folge dessen herrscht in der Sicherheitsbranche ein hoher Bedarf an qualifiziertem Personal, was in der gegenseitigen Abwerbung von Fachkräften und hohen Fluktuationsraten resultiert.

Da durch die Neugewinnung von Personal, vor allem durch die Einstellung von Quereinsteigern, der Problematik des niedrigen Qualifikationsniveaus nicht entsprechend begegnet wird, stellt die Nutzung des Potenzials vorhandener, strukturell benachteiligter Beschäftigungsgruppen eine Chance für die Branche dar. Zu dieser Gruppe gehören Beschäftigte mit Migrationshintergrund, an- und ungelernte Arbeitskräfte, Frauen und ältere Beschäftigte. Mittels einer Bedarfserhebung bei den 8 am Projekt teilnehmenden Unternehmen werden die jeweiligen Qualifikationsbedarfe bei den einzelnen Beschäftigungsgruppen ermittelt. Schwerpunkte hier sollen u.a. in der Ausbildung der interkulturellen Kompetenzen bei den Führungskräften liegen, in Sprachtrainings und dem Aufbau von Grundkompetenzen im Sicherheitsrecht sowie digitaler Kompetenzen. Ziel des Personalentwicklungskonzeptes ist u.a. die Erhöhung des fachlichen Niveaus innerhalb der Sicherheitsbranche und somit ein Ausgleich der Qualifikationsunterschiede in der Belegschaft. Dies dient der Sicherung der langfristigen Beschäftigungsfähigkeit der benachteiligten Beschäftigungsgruppen. Außerdem wirkt sich eine Erhöhung des Qualifikationsniveaus positiv auf das Image der Branche aus und macht sie somit attraktiver auf dem Arbeitsmarkt. Außerdem soll eine Veränderung der Unternehmenskultur angestrebt werden, um die Sicherheitsbranche allgemein attraktiver für Frauen zu machen. Ein Wissenstransfer innerhalb der Sicherheitsbranche wird durch die Teilung der Projektergebnisse auf Branchenveranstaltungen und über einen Best-Practice-Bericht sowie die Internetauftritte der Unternehmen erreicht.

Laufzeit:

01.05.2019 bis 30.04.2022

Durchführungsorte:

  • Magdeburg
  • Naumburg
  • Erfurt
  • Jena
  • Zwickau
  • Herzberg
  • Schwerin

Handlungsfeld:

Aufbau von Personalentwicklungsstrukturen

Projektziele:

  •  Ausbau des Qualifikationsniveaus benachteiligter Beschäftigungsgruppen: Beschäftigte mit Migrationshintergrund, an- und ungelernte Arbeitskräfte, Frauen und ältere Beschäftigte
  •  Langfristige Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit benachteiligter Beschäftigungsgruppen
  •  Erhöhung des Frauenanteils durch Attraktivitätssteigerung der Sicherheitsbranche
  •  Abbau von Kommunikationsbarrieren, insbesondere bei Mitarbeitern mit Migrationshintergrund
  •  Ausbau sozialer Kompetenzen zur besseren Zusammenarbeit in interkulturellen Teams und besseren Integration der benachteiligten Beschäftigungsgruppen
  •  Aufbau digitaler Kompetenzen als Reaktion auf zunehmende Digitalisierung
  •  Implementierung nachhaltiger Strukturen zur Verstetigung der Projektergebnisse durch: Potenzialanalysetools (für nachhaltige Nutzung der im Projekt entwickelten Modulpläne); Mentoring (Aufbau von erfahrenen Mitarbeitern zu Mentoren zur   besseren Einbindung der Nachwuchskräfte)