StaffCoach meets Science – Digitalisierung von Wissen

Am Mittwoch, den 10.04.2019, wurde die Kick-Off-Veranstaltung zu „StaffCoach meets Science – Digitalisierung von Wissen“  bei der PROLOGA GmbH in Halle durchgeführt. Wir als StaffCoach haben ein Praxisseminar mit der MLU Halle organisiert und auf die Beine gestellt. 

Fachkräftemangel, Fluktuation, demografischer Wandel, Ausscheiden langjähriger Mitarbeiter. Diese Effekte stellen Unternehmen bereits heutzutage vor große Herausforderungen, wenn es darum geht, ihr vorhandenes Wissen im Unternehmen zu halten und weiterzuentwickeln. Die StaffCoach GmbH stellt sich zusammen mit der Mansfelder Kupfer Messing GmbH (MKM) diesem Problem mit einem wissenschaftsorientierten, innovativen Einsatz entgegen. In dem gemeinsamen Projekt soll das Spezialwissen weniger Wissensträger zu einer sehr alten, komplexen Maschine der MKM vollständig digital abgebildet werden, um es einfacher für andere Personen nutzbar zu machen und langfristig im Unternehmen zu halten. Hierfür werden in Zusammenarbeit mit den Lehrstühlen Unternehmensführung, Human Resources Management und Betriebliches Informationsmanagement der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg passende Methoden und innovative Werkzeuge, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt. Ziele sind die Entwicklung einer Plattform und technischen Komponenten zur Abbildung und Zugänglichkeit des Wissens, sowie deren Implementierung in die Prozessabläufe der MKM.

Thema: Visualisierung des individuellen Wissens von Arbeitnehmern – Digitales Wissensmanagement 

  • In dem Projekt soll für eine reale Anlage der MKM GmbH das Wissen der Mitarbeiter gesammelt und digitalisiert werden. Es soll durch den Prozess ein „digitaler Zwilling“ der Anlage geschaffen werden, der nicht nur visuell durch unterschiedliche Devices (Video, Bild, 3d-Abbild) erfasst wird, sondern ebenso durch das individuelle Wissen um die Anlage der Mitarbeiter visuell erweitert wird.
  • Wie kann man diesen Prozess gestalten? Welche Möglichkeiten zur Digitalisierung einer Anlage kann man einsetzen? Wie muss eine Datenbank angelegt werden, sodass das reale Wissen der Mitarbeiter in die digitale Datenbank überführt wird?
  • Wie bekommt man das Wissen um die Anlage aus den Köpfen der Mitarbeiter? Wie kann man ein Wissensmanagement im Unternehmen etablieren, um den Prozess zu etablieren? 

Beteiligte Unternehmen: PROLOGA GmbH, Kapelan GmbH, MKM GmbH, StaffCoach GmbH

Lehrstühle: Betriebliches Informationsmanagement, Betriebswirtschaft insbesondere Unternehmensführung und Personalwirtschaft und Business Governance der MLU Halle

Studenten: ca. 20

Ziel: Wir als StaffCoach möchten mit den Studenten in der Region reale Aufgaben lösen und ihnen die Möglichkeit bieten einen Einblick in regionale Unternehmen zu bekommen. Wir wollen zusätzlich einen Ansatz entwicklen, dass Wissen aus den Köpfen der Mitarbeiter extrahiert und über den AR-Ansatz digitale aufarbeitet, sodass neue Mitarbeitern das Wissen um Prozesse und Aufgaben im Arbeitsprozess nutzen können.

Mit dem Projekt soll Grundstein gelegt werden für eine praxisorientierteein, bedarfsgerechter und offene Reihe von Seminaren zur Verbindung von Unternehmen und Hochschule.


Weiterer Ablauf:


Abschlussbericht

Am 20.06.2019 fand die Abschlussveranstaltung des Praxisprojektes in den SALTLABS in Halle statt. Der Nachmittag versprach spannend zu werden, denn es stand die Präsentation der Ergebnisse bevor, welche die Studenten in den letzten anderthalb Monaten erarbeitet hatten. Passend zum Thema Digitalisierung von Wissen wurde die Veranstaltung in den SALTLABS, einem neuen, modernen und innovativen IT-Standort, durchgeführt.

Die Veranstaltung wurde eröffnet durch Herrn Erik Zeller, dem Projektinitiator. Nach ihm betonte Herr Mario Straßberger von KME ehemals MKM seine Vorfreude auf die Ergebnisse. Den Anfang der Präsentation übernahm eine Gruppe der HRM-Studenten, welche mit der Durchführung der Interviews beauftragt gewesen war. Ihr hauptsächliches Ziel war die Generierung von Wissen gewesen. Bestandteil dessen war es, die einzelnen Schritte des Anschaltprozesses sowie auftretende Fehlerquellen und den Umgang mit ihnen zu ermitteln. Dabei bestand besonderer Fokus auf der Erfassung von Tipps und Tricks im Umgang mit der Maschine, welche bislang nur als implizites Wissen in den Mitarbeitern vorlag. Ergebnis der Interviews war die Erweiterung des Handbuches und die Informationsweitergabe an die beiden anderen Gruppen. Die zweite Gruppe der HRM-Studenten hatte für die Wissensweitergabe bei MKM inhaltlich einen Transferworkshop ausgestaltet. Dieser setzt auf das Konzept des experimentellen Lernens und verknüpft verschiedene Methoden der Wissensvermittlung, bspw. Lerntandems, Storytelling und Lernquizze. Anschließend präsentierten die Wirtschaftsinformatiker, verständlich auch für IT-Laien, die Funktionsweise der technischen Umsetzung. Unter großem Staunen wurde dann der Anschaltprozess mithilfe der entwickelten App demonstriert. Neben den Anweisungen zur Bedienung der einzelnen Panels der Maschine und Sicherheitshinweisen sowie Tipps, liefert die App auch Wegbeschreibungen zu den einzelnen „Stationen“ des Anschaltprozesses. In der anschließenden Diskussion wurde das Fazit gezogen, dass die Ziele des Projektes erfolgreich umgesetzt werden konnten. Der Prozess der Wissenserfassung sei aber mit Abschluss des Projektes keinesfalls abgeschlossen. Denn in den Gesprächen mit den Fachkräften wurde deutlich, dass die Maschine wie ein Lebewesen sei, welches sich stetig verändert und es immer wieder zu neuen Kniffen käme, die man erlerne.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Herr Straßberger nochmals für die spannenden Ergebnisse und betonte, dass seine Erwartungen mehr als übertroffen wurden. Er sei nicht nur von der fachlichen Leistung der Studenten begeistert, sondern auch menschlich hätten ihn die Studenten durch ihre sozialen Kompetenzen im Umgang mit der mansfelder Kultur beeindruckt. Abschließend lässt sich festhalten, dass auf allen Seiten ein deutlicher Mehrwert durch das Projekt entstanden ist.

Artikel in CAMPUS HALENSIS

https://www.campus-halensis.de/artikel/ein-industriedenkmal-und-digitalisiertes-wissen/?cok

Ein Industriedenkmal und digitalisiertes Wissen aus CAMPUS HALENSIS

https://www.campus-halensis.de/artikel/ein-industriedenkmal-und-digitalisiertes-wissen/


Zwischenpräsentation bei MKM GmbH

Am 09.05.2019 stand die Besichtigung der im Zentrum des Projektes stehenden Maschine bei der MKM GmbH auf der Agenda. Für die Studenten ging es gemeinsam in einem Reisebus zum Betriebsgelände in Hettstedt. Mario Straßberger empfing die Gruppe im historischen Besprechungsraum, wo es nach seiner Begrüßung gleich zu den Zwischenpräsentationen der Studentengruppen kam. Anwesend war auch Frau Katrin Löwe von der Pressestelle der Universität Halle, die einen Beitrag zum Projekt für die scientia halensis verfasst.

Die Gruppe der Wirtschaftsinformatiker präsentierte eine bereits jetzt schon eindrucksvolle Simulation eines animierten Maschinenpanels. Dabei war zu erkennen wie die spätere Zielanwendung funktionieren soll: Die Mitarbeiter werden mithilfe von animierten Pfeilen zu den unterschiedlichen Paneln geleitet und durch aufblinkende Elemente aufgefordert die nötigen Schalter mithilfe von Hinweisen zu bedienen.

Die Gruppe der HRM-Studenten stellte ihre Vorgehensweise zur Generierung des Wissens über die Maschinenabläufe vor, was unter anderem die Erstellung des Interviewleitfadens und der Durchführung der Interviews mit den verantwortlichen Mitarbeitern an der Maschine beinhaltet. Außerdem stellten sie eine Bandbreite an möglichen Instrumenten zur Wissensvermittlung innerhalb des Spektrums analog zu digital vor.

Bei einem anschließenden gemeinsamen Mittag wurde sich über den ersten Input ausgetauscht bis es dann zur Besichtigung der Produktionshallen ging. In Schale geschmissen – mit Helm, Sicherheitsschuhen, Schutzbrille und Arbeitskittel – und mit vorheriger Sicherheitsbelehrung ging es dann zum Umkehrwalzwerk. Hier trafen die Studenten auch das erste Mal auf ihre Interviewpartner, den Mitarbeitern, die über das Spezialwissen zur Bedienung der Maschine verfügen. Schon während der Führung konnten die Studenten viele Informationen sammeln. Zum Abschluss zurück im Besprechungsraum  gab es einen regen Austausch zwischen den einzelnen Gruppen, um die letzten Abstimmungen zu treffen beispielsweise die Auswahl der Instrumente für die Wissensweitergabe. Herr Straßberger verabschiedete sich wie bereits zur Kick-Off-Veranstaltung mit lobenden Worten und voller Vorfreude auf die Abschlussveranstaltung am 20.06.2019.


Kick-Off

(Auftaktveranstaltung)

Die Auftaktveranstaltung zu diesem Projekt am 10.04.2019 in den Räumlichkeiten der PROLOGA GmbH für das Praxisseminar zum Thema „Digitalisierung von Wissen“ war ein voller Erfolg. Nachdem die Studenten der Studiengänge Human Resources Management und Wirtschaftsinformatik sowie zwei Studenten aus anderen Fachbereichen, an diesem sonnigen Tag eintrafen, startete die Veranstaltung mit ein paar einleitenden Sätzen zum Projekt durch Erik Zeller, Initiator des Projektes und Mitarbeiter der StaffCoach GmbH. Er betonte die Einzigartigkeit des Projektes, in welchem den Studenten die Möglichkeit gegeben wird, direkt mit potenziellen Arbeitgeber in der Region zusammenzuarbeiten. Nach einer kurzen Vorstellung der PROLOGA GmbH als Arbeitgeber in der Stadt Halle, ging das Wort an Herrn Mario Straßberger, der Personalleiter der MKM GmbH aus Hettstedt. Die MKM GmbH steht im Zentrum des Projektes, denn hier steht die Maschine, an der das Wissen digitalisiert werden soll. Er gab den Studenten eine Vorstellung von der Maschine und den Rahmenbedingungen der Umsetzung. Um die Studenten nach der Flut an Informationen zu mobilisieren, folgte eine lustige Kennlernrunde, bei der die Gruppen das erste Mal in den Austausch über das Projekt kamen.

Nach einem Impulsvortrag über Kreativitätstechniken ging es dann in die Brainstorming-Phase. Jetzt konnten die Studenten ihre ersten Ideen sprudeln lassen. Die Moderationskoffer leerten sich und die Boards füllten sich mit Inhalt. Die Ergebnisse der HRM-Studenten zeigten, dass die Aufgabenstellung aus vielen Blickwinkeln im Workshop beleuchtet wurde: Zu den möglichen Herausforderungen, wie beispielsweise dem Generations-Gap oder der Angst der Mitarbeiter ihr Wissen preiszugeben, hatten sie ein breites Spektrum an Tools gegenübergestellt. Diese erstreckten sich von Mentoren-Programmen über Chat-Boards bis zu Blended-Learning-Konzepten. Aber auch die Wirtschaftsinformatiker ließen durch ihr am Board dargestelltes Panel der Maschine erkennen, dass sie sich bereits im Vorfeld mit dem Thema Augmented Reality auseinander gesetzt hatten und gaben konkrete Umsetzungsvorschläge zur Visualisierung des Wissens. Die letzte Gruppe gab ihren Input zur Projektorganisation und stellte u.a. vor, wie der Informationsfluss innerhalb des Projektes zwischen den verschiedenen Stakeholdern gewährleistet werden könne.

Nach der Präsentation der Ergebnisse gab es noch die Möglichkeit, offene Fragen auf Seiten der Studenten sowie auch der MKM GmbH zu klären. Die anfangs als herausfordernd angesehene Verständigung zwischen angehenden ITlern und Personalern bestätigte sich nicht. Die Gruppenergebnisse wurden so präsentiert, dass auch die „fachfremden“ Studenten verstanden, wie und was die jeweils andere Gruppe in ihrer Umsetzung angehen möchte. Die Diskussionsrunde endete mit einem mehr als zufriedenen Herrn Straßberger, der nochmals betonte, dass er sich auf das Ergebnis freue, da er schon von den ersten Ergebnissen mehr als begeistert sei. Beim abschließenden Come Together mit Bratwurst und Bier auf der sonnigen Dachterrasse stießen auch die Mitarbeiter der PROLOGA GmbH dazu. Der Abend endete wie er begonnen hatte in einer lockeren und entspannten Atmosphäre und interessanten Gesprächen.

 


StaffCoach meets Science– ist ein weiterer Weg der Verbindung von Unternehmen und Absolventen in der Region. Neben Date Your Champion und StaffTALK möchten wir gerade in der Region Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen neue Wege gehen.

Kontakt

Erik Zeller
Operativer Leiter
zeller@staffcoach.de
Tel (01520) 180 26 00

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